

Der Handdruck in der Blaudruckerei wird in zwei Verfahren unterteilt: Reservedruck und Direktdruck.
Reservedruck
Wie der Indigo, so führen uns auch die Anfänge des Reservedrucks nach Indien.
Beim Reserve-Verfahren wird nicht das Muster selbst aufgedruckt, sondern zuerst eine farbabweisende, klebrige Masse (vergleichbar mit Batik).
Um diesen sogenannten "Papp" gleichmäßig auf die Druckform (Model) auftragen zu können, bedient man sich des "Chassi", einer Art Stempelkissen, das mit dem Papp bestrichen wird. Anschließend muss der bedruckte Stoff auf einem Trockenreck trocknen.
Die bedruckten Stoffe werden zum Färben in einem Sternreif aufgehakt und in das Färbebad (Küpe) eingetaucht. Nach dem Färben erscheint das Muster weiß auf blauem Grund. Wegen der Ähnlichkeit dieser Drucke mit dem blaubemaltem Chinaporzellan, nannte man die blaugrundigen Stoffe mit weißem Muster auch "Porzellandrucke".
Direktdruck
Hierbei erscheint das Muster immer farbig auf einem hellen Stoff.
Die Stoffe werden auf den Drucktisch aufgespannt und je nach Größe der "Model" und Maßvorgaben der Kunden in Druckflächen eingeteilt.
Beim Drucken wird mit dem Druckstock die Farbe direkt auf den Stoff gedruckt. Daher auch die Bezeichnung Direktdruck. Die Druckfarbe unterscheidet sich hierbei von der fertigen Farbe. Möchte man z.B. ein blaues Muster auf einem weißen Stoff erreichen, wird eine bräunliche Masse aufgedruckt.
Nach dem Trockenvorgang kommt der bedruckte Stoff in ein Entwicklungsbad.
Dort ändert sich die Farbe schlagartig von Braun in Blau. Der Stoff bleibt weiß.
Für die Herstellung werden ca. 12-14 Arbeitsschritte benötigt. Beide Techniken haben etwas Geheimnisvolles an sich, weil sich die Farben beim Färben bzw. Entwicklen ändern. Deshalb werden die Rezepte der Farben und der Paste streng geheim gehalten. Sie werden nur von einer Generation zur nächsten weiter gegeben.